Monthly Archives: April 2012

Buch und Bücherei

Literaturfrauenfragen

„Will the literary habits of a culture change as younger readers take over? Will more literary women be able to persuade their publishers to keep that photo of a longhaired young girl in a summer dress facing shyly away from the camera off their book jackets and replace it with a neutral illustration and bold typeface? Will VIDA’s statistics dramatically improve? And will “Women’s Fiction” become such an absurd category it’s phased out entirely?“

 

aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und im Briefkasten vor ein paar Tagen der Briefwechsel von Hannah Arendt und Mary McCarthy: „Im Vertrauen“.  Eine Textorte und zwei Namen, denen der Verlag 1995 wohl wenig vertraute und folglich eine überdeutliche Loipe zur Zielgruppe spuren wollte und deshalb folgende Information auf dem Cover verabreichte: „Zwei ‚femmes de lettres‘, die leidenschaftlich denken und leidenschaftlich leben.“

 

 

 

 

Allgemein

114+0

K sagt, man müsse jetzt mal den lieben Gott anrufen, damit er die Straßenbahn aufhalten kann, der wir vergeblich den Weg abschneiden wollten.

Ich sage: Ich weiß nicht, ob er sich damit beschäftigen will.

K: Du rufst an. Die Nummer ist 114+0.

H: 114 plus 0

K: Hallo.

H: Hallo, Gott. Die Straßenbahn ist zu schnell weggefahren.

K: Ich habe leider gerade keine Zeit. Ich esse mein Mittagessen.

H: Oh, so früh schon.

K: Nein, ich esse Frühstück.

H: Was gibt es denn?

K: Lasagne.

H: Zum Frühstück?

K: Ja. Willst du auch ein Stück?

H: Jetzt, na ja, ich kann es ja mit nach Hause nehmen.

K: Ich werfe es dir runter. So, jetzt hast du es.

H: Danke.

 

Und denken an Sandra in München, wie wir im U-Bahnhof Odeonsplatz standen und betrunken waren und genau genommen vollkommen erschöpft vom Damaligen und mal so taten, als ob, als ob es möglich wäre, mit Gott zu telefonieren, sonst fiel uns niemand ein. Ich tippte die Nummer, wir warfen kein Geld in das Münztelefon und Sandra sprach in den Hörer. Ich hörte ihr zu und hatte die Hoffnung auf Besserung und auf ein albernes, unerwartetes, aber uns sofort pflegendes Wunder, eine kleine Änderung, aber ich sah dann nur noch die lustige Trunkenheit und das Profane und die tolle Freundin, die sich angeregt unterhielt und wie eine gelehrige, aber nicht zu disziplinierte Schülerin lauschte. Dazu im Hintergrund klassische Musik, ja nicht zum Spaß, sondern um die Junkies zu vertreiben, und eines Tages, andere Geschichte, oder gar keine Geschichte, nur dies: klassische Musik aus den Gullis vor der Staatsoper am Max-Joseph-Platz.

Allgemein

Pferdeflug

Und am Himmel wie ein Wunder oder wie ein Gruß oder wie ein Gedanke oder wie etwas Vermisstes oder Verpasstes etc.

am Himmel ein Pferd, das treibt dahin wie der Hund, der riesige tote weiße Hund, den ich mal im Wehr sah, der schön war, bis das Unheimliche, das Gestorbensein, zu überwiegen begann. Am Himmel dieses Pferd, das ich kurz für ein echtes halte, dem es gelungen sein könnte zu fliegen, nun einfach davon zu fliegen mit dem derzeit starken Wind und vollkommen angstfrei zu fliegen. Am Himmel ein Ballon, natürlich, das ist schnell klar, aber dazu die Möglichkeit für alles.

Pferd