F (3) at work

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Treffen sich zwei

zu

Wahrheiten / Lutz des Tages

 

Meine Lieblingswahrheit: Nicht jeder Fehler ist besser.

2014: seltsam werden

Lieblingssatz: “Ich bildete den Hochzeitszug” (Monika Maron: Stille Zeile sechs). Dazu der passende Hinweis: Don’t get bigger, get weirder.

Nicht nur hauchen, bitte


Jo Lendle im Gespräch mit der FAZ:

“Sie haben sich ein Jahr Auszeit genommen, um sich auf Ihre Rolle als neuer Hanser-Verleger vorzubereiten. Was haben Sie in der Zeit gemacht?

Gelesen, Autoren getroffen, mit den Kollegen im Verlag gesprochen. Und nachgedacht. Darüber, was ein Verlag heutzutage sein kann und was ich bei Hanser tun werde. Das allermeiste in diesem Verlag ist gut und richtig und bewahrenswert, aber an ein paar Schrauben möchte ich drehen.”

Was sind das für Schrauben?

Kleinigkeiten. Als Michael Krüger Hanser-Geschäftsführer wurde, stellte er in einem Interview fest: „Der Verlag ist an seinen höchsten Möglichkeiten angekommen.“ Das gilt heute erst recht. Diese Strahlkraft ist einzigartig, sie gilt es zu bewahren. Aber im aktuellen Frühjahrsprogramm sind von 29 Autoren 27 Männer. Da sollte sich ein Hauch Balance hineinbringen lassen.

Oder, wie hier, eine prägnante Entscheidung: “My reading resolution is to read only books by women”

Mit Toten schimpfen

Verärgert, tatsächlich verärgert, und dazu: Ich nehme es persönlich, stelle ich fest, dass Helga M. Novak gestorben ist. Ich glaube, ihr Tod ärgert mich genauso, wie mich zum Beispiel Mahnungen ärgern, deren zugehörige Rechnungen schon lange auf meinem Schreibtisch liegen, die ich einfach aus Unlust oder Ignoranz oder Vergesslichkeit nicht bezahlt habe. Ich ärgere mich wie über etwas, das ich getan habe oder nicht getan habe, obwohl nun gerade und vollkommen offensichtlich das Gegenteil besser gewesen wäre, über etwas, das ich besser weiß. Oder ist das doch der Ärger über den Tod, diesen Besserwisser, der jedem ins Wort springt. Oder ich ärgere mich über die nun Tote persönlich, als würden meines Erachtens andere sterben, aber sie doch nicht. Wirklich, der Tod von Helga M. Novak ist über alle Maßen ärgerlich.

nicht bei Dings

Der Lieblingssatz des Tages heute von Franz Dobler in der jungen Welt: “Beim Label ist es billiger als bei Dings.”
Quelle: http://www.jungewelt.de/2013/12-17/047.php

Bloß nicht bei Dings kaufen.

Herr Bitte, Herr Danke und Frau Guten Tag


Quelle: http://gawker.com/this-coffeehouse-will-charge-you-less-if-youre-nice-m-1481061587

Selbstporträt mit Klebepunkt

Die Rechnerkamera zugeklebt mit einem kleinen Punkt, denn da war nach dem Bericht einer Bekannten plötzlich die Vorstellung sehr stark gewesen, irgendwer könnte sehen, wie ich auf meinen Bildschirm starre. (Und die sonderbare Vorstellung, irgendwer könnte das sehen wollen.) Also irgendwer resp. die, immer die, die anonymen, die dergleichen tun, mit dergleichen ihr Geld verdienen und für Lustgewinn bei sich und ihresgleichen sorgen. Was irgendwer und die nun sehen:

Elisabeth spricht

“Elisabeth: Ich rede jetzt nicht direkt persönlich, denn ich bin darüber momentan hinaus –

[...]

Elisabeth fletscht die Zähne.

Und zwischendrin der Ausbruch, so ein Wahrheitswüten und Beißen, und ich denke nach über Wahnsinn (oder was alles als Wahnsinn bezeichnet wird) und wie er dargestellt wird, darüber dass die meisten Darstellungen des Wahnsinns den Kern des Wahnsinns (des sogenannten) nicht treffen, sondern die Klarheit und Tiefenschärfe des Wahnsinns (manchen sogenannten Wahnsinns) verkennen oder nicht einmal in Betracht zu ziehen versuchen. Ich versuche im neuen Stück den Wahnsinn (den sogenannten) als Redeweise zu verwenden, ihn als legitime Ausdrucksform zu betrachten.