Huch

The thing that made this meeting unusual was that one of their programmers had been invited to attend, so management could outline their web strategy to him. After the executives thanked me for explaining what I’d learned from log files given me by their own employees just days before, the programmer leaned forward and said “You know, we have all that information downstairs, but nobody’s ever asked us for it.”

I remember thinking “Oh, finally!” I figured the executives would be relieved this information was in-house, delighted that their own people were on it, maybe even mad at me for charging an exorbitant markup on local knowledge. Then I saw the look on their faces as they considered the programmer’s offer. The look wasn’t delight, or even relief, but contempt. The situation suddenly came clear: I was getting paid to save management from the distasteful act of listening to their own employees.

Quelle: http://www.shirky.com/weblog/2013/11/healthcare-gov-and-the-gulf-between-planning-and-reality/

Szene Nummer 4 / Alltagsfragen

Präparator: Sie wünschen?
Elisabeth: Ich möchte hier jemand Zuständigen sprechen.
Präparator: In was für einer Angelegenheit?
Elisabeth: In einer dringenden Angelegenheit.
Präparator: Haben Sie einen angehörigen Toten bei uns?
Elisabeth: Es dreht sich um keinen angehörigen Toten, es dreht sich um mich selbst persönlich.
Präparator: Wieso denn das hernach?
Elisabeth: Sind der Herr hier die zuständige Instanz?
Präparator: Ich bin der Präparator. Sie können sich mir ruhig anvertrauen.
Stille.
Elisabeth: Man hat mich nämlich extra darauf aufmerksam gemacht, daß man hier seinen Körper verkaufen kann — das heißt: wenn ich mal gestorben sein werde, daß dann die Herren da drinnen mit meiner Leiche im Dienste der Wissenschaft machen könne, was die Herren nur wollen — daß ich aber dabei das Honorar gleich ausbezaht bekomme. Schon jetzt.
Präparator: Das ist mir neu.
Elisabeth: Man hat mich aber extra darauf aufmerksam gemacht.
Präparator: Wer denn?
Elisabeth: Eine Kollegin.
Präparator: Was sind Sie denn von Beruf?
Elisabeth: Jetzt habe ich eigentlich nichts. Es soll ja noch schlechter werden. Aber ich lasse den Kopf nicht hängen.
Stille
Präparator: Seine eigene Leiche verkaufen — auf was die Leute noch alles kommen werden.
Elisabeth: Man möchte doch nicht immer so weiter.

Ödön von Horváth: Glaube Liebe Hoffnung

Fundstück /Umzugsaufwühlung

 

Manchmal stimmt das. Manchmal keinesfalls. Aus aktuellem Anlass würde ich jedenfalls sagen: Umzugskartons packen führt dazu, dass “der ganze Körper leidet”. Das Wühlen in dem alten Zeug, alte Briefe an irgendwen und alles wegwerfen wollen und dann doch noch hängen an altem Zeug und nicht wissen, welcher Stellenwert den nostalgischen Gefühlen gegeben werden soll. Ich rede mit den nostalgischen Gefühlen und versuche zu verstehen. Ein Gespräch, und nun: “der ganze [Kopf] leidet”. Berge von Zeug. Berge von Zeug. Und teilweise schönes, beglückendes Zeug.

Wahlkampf

Ein Theaterstück! Mein erstes Theaterstück! Fenstertheater! Hochaktuell! Kommen Sie! Sie haben die Wahl! JA!

In der HOPFE!

Ja!

 

 

 

Alltagsfragen

Robbins, who is thirty-eight and lives in Las Vegas, is a peculiar variety-arts hybrid, known in the trade as a theatrical pickpocket. Among his peers, he is widely considered the best in the world at what he does, which is taking things from people’s jackets, pants, purses, wrists, fingers, and necks, then returning them in amusing and mind-boggling ways. Robbins works smoothly and invisibly, with a diffident charm that belies his talent for larceny. One senses that he would prosper on the other side of the law. “You have to ask yourself one question,” he often says as he holds up a wallet or a watch that he has just swiped. “Am I being paid enough to give it back?”

Quelle: The New Yorker

Give it away, give it away now

Neulich im Wartezimmer der Zahnärztin blätterte ich in einem Buch, das Lächeln hieß oder so ähnlich, und alle im Buch hatten sich die Zähne irgendwie korrigieren lassen und hatten dann vermutlich perfekte Zähne, die aber nicht mehr zu ihren (noch) nicht perfekten Gesichtern passten. Jedenfalls war mir schlecht vom Betrachten all der geöffneten Münder und Zähne geworden, und ich war kurz davor zu gehen, und ich war vor allem willens, meine Zahnlücke zu verteidigen und kein Implantat zu wollen, also nie ein Implantat nur dem perfekt lächelnden Antlitz zuliebe zu wollen, sondern das Antlitz zu versehen mit einem breiten Grinsen, das dann eine Lücke zeigt, die da nun eben ist, und basta.

Gerade las ich einen tweet von Paris Hilton und las dann einen Tweet ihres Zahnarztes, und der schickte einen Link zu einem Artikel:

Das lässt mich an Didi und Stulle denken, genauer an Heide Stullkowski, die im Drogeriemarkt vor dem Regal mit Cremes und Lotionen steht und sagt: Ich hasse meine trockene Haut, und nun soll ich sie auch noch pflegen.

Recht hat se.

Ja II

Ja!

AC Is disaster—famine, flooding, earthquake, forced migration, genocide, holocaust—a source of energy, creation, love?

TH Yes, because disaster is part of the world, our one and unique world! I agree with the world I am living in. It is only if I agree with it that I can have the power to change something. To agree does not mean to approve of everything or to support or to endure everything. To agree means to love—to love the world—beyond “respect,” “empathy,” “tolerance,” “compassion,” and “kitsch.” Love is passion, desire, ecstasy, infinitude, and cruelty. As an artist, who is part of the world, I have to confront disaster, my own disaster first, but also all disasters. I have to love this world if I want to change its conditions, I have to love the fact that disaster and “the negative” are also part of it. The world is not the world without the negative. Even within the negative, I have love for art and for artists, love for philosophy and philosophers, love for poetry and poets. This love gives me the energy and the will to create despite all the negative and despite all the past, present, and future disasters. Love is stronger than disaster.

 

aus: Bomb/ Interview mit Thomas Hirschhorn von Abraham Cruzvillegas

Vorstellungen von der Zukunft

Sagte K (5) vorhin: Ich will kein Kunde werden! Ich will nicht gekundet sein!

Ganz meine Meinung.

bloß nicht

 

 

 

 

 

 

Ich jedenfalls versuche in einem Pilotprojekt (das ja doch keines ist, aber es kommt mir manchmal so vor), die Fähigkeiten meiner Kinder nicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft auszurichten.

(Zitat des Tages als Bildschirmfoto der Online-Ausgabe der jungen welt vom 4. Juli 2013)